Bekanntmachung - Meldeglocke zurück in Dachsen
"Bekanntmachung!" Mit lautem Geläute und diesem Ruf kündigte der Weibel früher im Dorf an, dass es Wichtiges zu berichten gab. Bis in die 1960er Jahre übernahm der Weibel diese Aufgabe – danach verschwand die grell läutende Glocke aus dem Dorfalltag und geriet in Vergessenheit.
Bei der Räumung seines Hauses in Kilchberg entdeckte Markus Vogel die Glocke tief im Keller versteckt. Sein Vater Albert Vogel, der ehemalige Gemeindepräsident von Dachsen, hatte sie vor vielen Jahren seinem Enkel für einen Grossauftritt am Schulsilvester ausgeliehen. Und wie es so geht, die Glocke fand den Weg nicht gleich zurück.
Für Markus war nun sofort klar: Jetzt muss die Glocke zurück nach Dachsen. Er nahm Kontakt mit seinem Schulfreund Richard (Richi) Wirth auf, dessen Grossvater der letzte Dachsemer Weibel war – und damit begann die Heimreise der Glocke.
Am 13. August 2026 war es so weit: Markus brachte die Glocke persönlich in den Güterschuppen. Dort wurde sie mir im Namen der Gemeinde feierlich überreicht – stilecht bei einem feinen Stationsbier. Natürlich durfte ein klassisches Geläute samt "Bekanntmachung!" nicht fehlen. Aufmerksamkeit war garantiert, besonders als einige meinten, dies sei das Zeichen für Freibier.
Unter den Anwesenden entspannen sich lebhafte Gespräche über frühere Zeiten, als der Weibel mit der Glocke durchs Dorf zog. Die Freude über die Rückkehr der Meldeglocke nach Dachsen war gross - auch bei denen, die beim vermeintlichen Freibier leer ausgingen.
Markus Vogel und Urs Schweizer