1150 Jahre Dachsen – Grenzwanderung Nordschlaufe

7. Mai 2026

Am Sonntag um 9:30 Uhr war Treffpunkt beim Schulhaus. Trotz des Temperatursturzes am Vorabend und einiger Regentropfen fanden sich 50 Unentwegte zur ersten Hälfte der Grenzwanderung ein. Im Uhrzeigersinn so nahe wie möglich der Grenze entlang – der Weg war das Ziel.

Das Organisationsteam hatte sich dafür entschieden, sich bei der Bachdelle ein erstes Mal der Grenze anzunähern. Hier grenzt Dachsen – in der Rheinmitte – ans Nohl und ans nördliche Nachbarland. Dies war auch gleich die erste Station, an der die Wandernden Interessantes über Dachsen und seine Geschichte erfuhren.

Irène Brühlmeier, die Dachsemer Vizepräsidentin und Referentin für Sport und Freizeit, hatte einen eindrücklichen Vortrag vorbereitet. Mit geschlossenen Augen versetzten sich die Teilnehmenden in die Vergangenheit, lauschten dem Plätschern des Flusses, dem Vogelgezwitscher und der Erzählerin. Dass der Rhein vor dem Bau des Kraftwerks 1958 schmaler und das Ufer breiter war, kann man sich auch heute noch gut vorstellen. Aber wer hätte gewusst, dass die Gemeinde das Grundstück am Rhein 1908 für lediglich 300 Franken erwerben konnte? Oder dass hier die Dachsemer Bauern das Holz auf Fuhrwerke verluden, welches sie in ihren Waldparzellen auf der deutschen Seite geschlagen und mit Fährbooten über den Fluss transportiert hatten?

Weiter ging es flussaufwärts bis zur Nohlbrücke. Der Grenze entlang in der Flussmitte rheinaufwärts zu schwimmen – dafür war trotz der schwachen Strömung niemand zu haben. Bei der Nohlbrücke folgte die zweite Station. Bruno Ritzmann, Ureinwohner und langjähriger Fahnenträger im SATUS und im Schützenverein, erzählte von der Drahtseilfähre. Diese ermöglichte es den Nöhlemern, nach Dachsen und Uhwiesen zu gelangen, bevor die Strömung aufgrund des Kraftwerksbaus zu schwach für den Fährbetrieb wurde. 20 Rappen hin, 30 Rappen retour, 5 Rappen für Schüler. Das Restaurant Rheinhalde diente damals als Aufenthaltsraum für das Fährpersonal. Sogar Bestattungsgesellschaften überquerten im Fährboot den Rhein, um danach mit dem Pferdewagen den Rossweg hoch zum Friedhof Laufen zu gelangen. Auch hier gab es viel Neues zu lernen.

Die dritte Etappe führte den Rossweg hinauf, an der neuen Überbauung Schlossfeld vorbei auf den Berchen und weiter bis zur Autobahn, dann dieser entlang bis zum Bauernhof der Familie Fürst. Walter und Salomé Fürst standen bereit, um den Anwesenden vom Auszug der Familie aus dem Dorfkern zu erzählen: Wo früher die Kühe im Stall gefüttert wurden, bezahlen die Dachsemer heute ihre Einkäufe im Volg. Weil dem Pöstler aus Uhwiesen der Weg zum Hof zu weit erschien, der Dachsemer Pöstler hingegen hilfsbereit war, erhielt der Hof eine Dachsemer Adresse und Postleitzahl. Da Salomé, die seit 2022 den Betrieb leitet, kein grosser Fan von Kühen ist, haben mittlerweile Rentiere Einzug gehalten. Und am Weg zum Mettli wurde zudem eine Nussbaumplantage gepflanzt.

Der Rückweg führte durch das Dorf auf direktem Weg zum Bahnhof, wo ein feiner Apéro auf die Wanderer wartete. Die Teilnehmenden waren sich einig: Dieser Ausflug hatte sich mehr als gelohnt.

Für das Organisationsteam
Dominique Müller

 

Wandergruppe auf der Bachdellenbrücke